SwissBanking – unblogged
Sanierung der zweiten Säule à la grècque
Der Wahlerfolg der Linkspopulisten in Griechenland vom 6. Mai 2012 wurde mit heftigem Kopfschütteln im Ausland zur Kenntnis genommen. Zu verlockend waren für den Wähler aber deren politische Versprechungen:
- Ansprüche
verteidigen: Verbleib im Euro.
- Finanzbedarf durch Umverteilung decken:
Finanzielle Schieflage nicht durch Sparen bekämpfen, sondern Sanierung durch Solidarität des besserverdienenden
Deutschlands.
Allerorts herrscht Einigkeit, dass dieses
Wunschprogramm nicht nachhaltig sein kann. Dieses Unverständnis tut den Wahlchancen der Partei bei den
Wahlen vom Wochenende jedoch keinen Abbruch.
Populismus ist aber nicht
das ausschliessliche Privileg der Griechen. Auch hierzulande werden sich in Zukunft Finanzlöcher auftun,
weil versprochene Leistungen nicht adäquat finanziert sind, beispielsweise bei der zweiten Säule aufgrund
tiefer
Anlagerenditen und steigender Lebenserwartung bei gleichbleibenden Leistungen. Unter diesen Voraussetzungen
erachte ich die Anwendung des Rezepts der griechischen Linkspopulisten auf die berufliche Altersvorsorge
genauso wenig opportun. Angewendet auf unser Pensionskassensystem könnte dies so aussehen:
- Ansprüche verteidigen: Unverändertes Rentenalter.
- Finanzbedarf durch Umverteilung decken: Drohende Unterdeckung nicht durch Anpassung des Umwandlungssatzes, sondern durch Solidarität der Besserverdienenden abwenden.
Was wir andernorts als verantwortungslos bezeichnen, scheint
für Herausforderungen in der Schweiz zuweilen gerade recht zu sein. Wurde doch eine Anpassung des Umwandlungssatzes
im letzten Jahr an der Urne verworfen, gewisse Pensionskassen mit öffentlichen Geldern saniert und der
obligatorische Teil aus dem Überobligatorium quersubventioniert. So hoffe ich doch sehr, dass der Bundesrat
die vernünftigen Stimmen aus der Anhörung zum Bericht über die Zukunft der zweiten
Säule hört. Eine altersschwache zweite Säule oder eine Konstruktion nur aus der ersten und dritten Säule
vermögen das schützende Dach unserer Altersvorsorge nicht zu tragen.
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