Meinungen
24.06.2021

Nachhaltige Schweiz: Finanzplatz macht vorwärts

Das CO2-Gesetz ist mit 51 Prozent abgelehnt worden. Das Nein zum CO2-Gesetz ist ein Rückschlag für den Umweltschutz. Das Erreichen der Klimaziele wird nun noch anspruchsvoller. 

Wenn die Ziele des Pariser Klimaabkommens erreicht werden sollen, muss die Schweiz von den fossilen Energien wegkommen. Das geht nicht ohne Massnahmen, und es geht nicht zum Nulltarif. Es braucht eine zügige Wiederaufnahme der Diskussion, damit wir rasch die Rahmenbedingungen schaffen können, um die Pariser Ziele zu erreichen.

Der Weg zu einer nachhaltigen Schweiz ist ein Marathon. Der Finanzplatz schreitet dabei weiter voran – auch ohne CO2- Gesetz. Das zeigt beispielsweise die jüngste Marktstudie von Swiss Sustainable Finance: Im Jahr 2020 haben nachhaltige Anlagefonds erstmals konventionelle Fonds überholt. Das Volumen der nachhaltigen Fonds stieg auf 694 Milliarden Franken und macht nun 52 Prozent des gesamten Schweizer Fondsmarktes aus. Insgesamt ist das Volumen sämtlicher nachhaltigen Anlagen auf 1’520 Milliarden Franken gestiegen. Das zeigt: Kundinnen und Kunden wollen nachhaltige Anlagen und der Finanzplatz bietet entsprechende Produkte an.

Doch ebenso wichtig wie der Anlagenbereich ist die Finanzierung der Transition hin zu einer nachhaltigen Schweiz. Es geht um die Finanzierung von nachhaltigen Gebäudesanierungen, die Unterstützung bei der Umrüstung von Fahrzeugflotten von KMU oder um Investitionen in Infrastrukturen. Der Finanzplatz spielt hier mit Krediten, Hypotheken und Kapitalmarktinstrumenten eine wichtige Rolle. Auch diesbezüglich bieten die Banken bereits heute attraktive Lösungen an. Ein Beispiel sind etwa Zinsreduktionen bei nachhaltigen Renovationen («Ökobonus»).

Dies verdeutlicht: Der Finanzplatz macht auch ohne Regulierungen vorwärts und trägt zum Umweltschutz bei. Dabei zeigt sich, dass der Finanzplatz zügig verlässliche Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Transition zu schaffen vermag.

InsightSustainable FinanceNachhaltigkeit

Autoren

Jörg Gasser
CEO
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