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30.06.2022

Gründung des Swiss Financial Sector Cyber Security Centre

Im Beisein von Bundesrat Ueli Maurer haben im April unter anderem Exponenten der Schweizerischen Bankiervereinigung (SBVg), des Schweizerischen Versicherungsverbandes (SVV) und der Bundesbehörden den Verein «Swiss FS-CSC» gegründet. Damit sind die Bemühungen zum Ausbau der Cyberresilienz des Finanzplatzes Schweiz einen grossen Schritt vorwärtsgekommen.

Der Vereinsgründung am 5. April in Zürich war eine über zweijährige Projektphase unter Leitung des Nationalen Zentrums für Cybersicherheit (NCSC) vorangegangen, in der die SBVg einen tatkräftigen Beitrag leisten konnte. Gestützt auf die im Jahr 2018 überarbeitete Nationale Strategie des Bundes zum Schutz der Schweiz vor Cyber-Risiken (NCS II) und die im selben Jahr verabschiedete Strategie «Cyber Security» der SBVg wurde das Vereinsprojekt als Public-Private-Partnership zur Stärkung der Cyberresilienz des Finanzplatzes Schweiz entwickelt. Es soll auch als Vorbild für andere Wirtschaftszweige dienen. Grosse Unterstützung leisteten das NCSC, bei dem die Projektleitung lag, ein Steuerungsausschuss, in dem die wichtigen Anspruchsgruppen vertreten waren, und das Expertengremium Information Security & Cyber Defence der SBVg.

Krisenorganisation für die Finanzwirtschaft

Auslöser des Projekts waren Empfehlungen des von Aymo Brunetti geleiteten Beirats «Zukunft Finanzplatz» aus dem Jahr 2016, das Serviceangebot der Melde- und Analysestelle Informationssicherung des Bundes (MELANI) auf die gesamte Finanzwirtschaft auszuweiten, ein Gremium für die Zusammenarbeit innerhalb der Finanzwirtschaft unter Einbezug der Bundesbehörden zu schaffen und eine Krisenorganisation aufzubauen. Gemeinsam mit den zuständigen Behörden machte sich der Finanzplatz dieses Anliegen zu eigen. Wichtiges Etappenziel war 2019 die auch von der Privatwirtschaft mit hoher Priorität angestrebte Gründung des NCSC und die Wahl von Florian Schütz als dessen Leiter durch den Bundesrat. Damit war eine wichtige Voraussetzung geschaffen, um die Arbeit am Projekt aufzunehmen. Die Leitung des Projekts führte das NCSC durch.

Public-Private-Partnership als Erfolgsmodell

Am 5. April verabschiedete die Gründungsversammlung des FS-CSC, geleitet von Florian Schütz, die Vereinsstatuten und wählte den Vorstand. Ihm gehören August Benz (SBVg) als Präsident, Alexandra Arni (SBVg) als Vizepräsidentin und Marc Cortesi (Baloise) als Kassier an. Der Vorstand ist für die finanziellen und organisatorischen Belange zuständig.

Weitere Organe des Vereins neben der Mitgliederversammlung sind:

  • das für die strategischen Fragen und die Krisenorganisation zuständige Steuerungsgremium, in dem neben ausgewählten Mitgliedern auch Behördenvertreter mitwirken;
  • eine beratende Expertengruppe, in der die Mitglieder und Vertreter der zuständigen Behörden ihre praktischen Erfahrungen einbringen können;
  • eine Geschäftsstelle, die vorerst bei der SBVg angesiedelt sein wird.

Im Anschluss an die Gründung sprach Bundesrat Ueli Maurer zu den rund 80 Anwesenden. Er hatte den Banken und Versicherungen im Vorfeld den Beitritt zum Verein empfohlen.

Die Mitgliedschaft im Verein steht den Schweizer Banken, Versicherungen, Wertpapierhäusern, Finanzmarktinfrastrukturen, deren Verbänden, sowie zahlreichen weiteren Institutionen des Finanzplatzes offen. Als «Affiliates» mit der Möglichkeit einer Mitwirkung im Steuerungsgremium und der Expertengruppe sind die zuständigen Bundesbehörden dem Verein verbunden. Denn nur durch Public-Private-Partnership lassen sich die aktuellen Herausforderungen des Cyberrisikos mit Aussicht auf Erfolg meistern.

Die weiteren Schritte  

Nächste Etappenziele sind aus Sicht des Vereins:

  • die Schaffung einer Plattform für den Informationsaustausch unter den Mitgliedern und
  • der Aufbau einer Organisation für die Krisenvorsorge.

Als operative Einheit soll hierzu ein bestehender Dienstleister mandatiert werden. Die Verhandlungen laufen zurzeit, und wir hoffen, bald Näheres dazu bekanntgeben zu können.

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