Sechs Jahre in Folge unter den Top Ten
Nur fünf Länder weltweit gehören seit 2020 ununterbrochen zu den Top Ten eines der wichtigsten globalen Rankings für Finanzregulierung und Transparenz. Was diese Länder gemeinsam haben, und weshalb die Schweiz seit sechs Jahren dazugehört, zeigt der neue «Global Financial Regulation, Transparency and Compliance Index».
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Nina Michel, Policy Advisor Regulation & Economics bei Swiss Banking, ordnet im Beitrag die Resultate der SFI-Studie «Global Financial Regulation, Transparency and Compliance Index» ein.
Internationale Spitzenposition mit langer Tradition
Die Schweiz hat sich über viele Jahrzehnte als führender Standort für grenzüberschreitende Finanzdienstleistungen etabliert. Unter anderem in der Vermögensverwaltung für internationale Kundinnen und Kunden nimmt der Schweizer Finanzplatz eine weltweit führende Stellung ein. Diese starke Position beruht auf verschiedenen Faktoren: Der hohen und über eine lange Historie aufgebauten Fachkompetenz der Banken, der internationalen Ausrichtung des Finanzplatzes, der Innovationsfähigkeit der Institute und dem Vertrauen in Schweizer Finanzdienstleistungen und den Schweizer Finanzplatz.
Qualität des Standorts als Wettbewerbsvorteil
Dass die Schweiz auch bei den institutionellen Rahmenbedingungen international hervorragend positioniert ist, zeigt der Anfang Juli 2026 vom Swiss Finance Institute (SFI) veröffentlichte «Global Financial Regulation, Transparency and Compliance Index» (GFRTCI). Die Schweiz zählt zu den Spitzenreitern und gehört zu den wenigen Ländern, die sowohl bei der Qualität ihrer Regulierung als auch bei Transparenz, Integrität und der Einhaltung internationaler Standards Bestnoten erreichen.
Das Resultat bestätigt, was für viele internationale Kundinnen und Kunden seit Langem ein wichtiges Argument für den Finanzplatz Schweiz ist: Bankdienstleistungen werden hier in einem verlässlichen und international anerkannten Umfeld erbracht. Gute Rahmenbedingungen ersetzen dabei nicht die Leistung der Banken, sie ermöglichen es den Instituten jedoch, ihre Stärken im internationalen Wettbewerb auszuspielen.
Finanzdienstleistungen zählen zu den wichtigsten Exporten der Schweiz
Dass dadurch auch ein grosser wirtschaftlicher Mehrwert für die gesamte Volkswirtschaft geschaffen wird, zeigt die jährlich erscheinende BAK-Bedeutungsstudie zum Schweizer Finanzplatz. Die Banken exportierten in den Jahr 2024 und 2025 Finanzdienstleistungen im Umfang von CHF 24 Milliarden. Damit stellen sie mit einem Anteil von 14,7 Prozent eine der wichtigsten Exportkategorien der Schweiz dar. Die Grafik zur Leistungsbilanz Schweizer Dienstleistungen verdeutlicht die Bedeutung einmal mehr. Vor allem in Hinblick auf den Saldo, also der Differenz aus den Einnahmen durch Exporte und Ausgaben für Importe, führen die Finanzdienstleistungen weit vor allen anderen Dienstleistungen. Dieser Zufluss an Kapital ermöglicht eine günstige Finanzierung der hiesigen Wirtschaft und schafft Wohlstand. Besonders stark ist die Schweiz im grenzüberschreitenden Vermögensverwaltungsgeschäft, wo sie weiterhin eine weltweit führende Position einnimmt.
Besonders bemerkenswert ist dabei, dass Finanzdienstleistungen weitgehend auf Wissen, Erfahrung und Kundenbeziehungen basieren. Der wichtigste Rohstoff der Branche ist somit nicht ein physisches Produkt, sondern Vertrauen. Genau dieses Vertrauen haben Schweizer Banken über Generationen aufgebaut und behaupten es auch heute im internationalen Wettbewerb.
Finanzdienstleistungen sind seit 2016 die mit Abstand grösste und stabilste Position in der Leistungsbilanz Schweizer Dienstleistungen, deutlich vor Tourismus, Versicherungs- oder Beratungsdiensten.
Vertrauen bleibt die wichtigste Währung
Gerade in der Phase anhaltender geopolitischer Unsicherheit und Fragmentierung der Weltwirtschaft sind solche Tugenden mehr denn je gefragt. Die Schweiz profitiert von ihrer politischen Stabilität, ihrer starken Institutionenlandschaft und ihrem international anerkannten regulatorischen Rahmen. Zusammen bilden sie die Grundlage dafür, dass Schweizer Banken Kundinnen und Kunden auf der ganzen Welt erfolgreich bedienen können.
Der Erfolg des Schweizer Finanzplatzes lässt sich also nicht auf einen einzelnen Faktor reduzieren. Entscheidend ist das Zusammenspiel von national und international tätigen Banken, hoher Fachkompetenz, Innovationskraft und verlässlichen Rahmenbedingungen. Der GFRTCI zeigt, dass die Schweiz auch bei Letzteren international hervorragend aufgestellt ist. Zusammen bilden diese Stärken die Grundlage dafür, dass Schweizer Banken ihre Dienstleistungen erfolgreich in die ganze Welt exportieren können.