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06.06.2026

Referenzzinssatz bleibt stabil und zeigt die aktuelle Dynamik im Hypothekarmarkt nur bedingt

Der hypothekarische Referenzzinssatz des Bundesamt für Wohnungswesen (BWO) bleibt unverändert bei 1,25 Prozent. Diese Ankündigung am 1. Juni war von Experten erwartet worden. Weil der für den Referenzzinssatz massgebliche geglättete Durchschnittszinssatz der ausstehenden Hypotheken mit 1,31 Prozent nahe an der Schwelle für eine Erhöhung liegt, sorgte dies bei den Mietern dennoch für ein Aufatmen.

Angesichts der veränderten Dynamik am Hypothekarmarkt ist offen, wie lange diese Situation noch anhält. Treiber der Zinsentwicklung sind gegenwärtig vor allem die internationalen Kapitalmärkte. Steigende Inflationserwartungen und geopolitische Unsicherheiten führen zu höheren Zinsen. Eine solche Entwicklung kommt üblicherweise erst zeitverzögert beim Hypothekarportfolio der Banken und damit letztlich auch im Referenzzinssatz an.

Gründe sind die Trägheit der Kosten der Bankrefinanzierung sowie der hohe Bestand an Fixhypotheken. Zudem bleibt der Wettbewerb im Hypothekarmarkt hoch. Die Preissetzung der Banken erfolgt nicht mechanisch, sondern in Funktion der Marktverhältnisse und der strategischen Ziele des jeweiligen Instituts. Ein guter Indikator für einen kompetitiven Markt sind Unterschiede zwischen einzelnen Angeboten. Sie zeigen auch, dass steigende Kosten nicht in jedem Fall vollständig weitergegeben werden können. Dies ist auch mit ein Grund, dass der Referenzzinssatz verzögert reagiert. Was für Kundinnen und Kunden für Stabilität sorgt, ist für die Banken allerdings mit einem höheren Kostendruck verbunden.

Für die Entwicklung der Wohnkosten ist der Referenzzinssatz jedoch nur ein Faktor unter mehreren. Analysen zeigen, dass die für die Nachfrage bedeutenden Faktoren Demografie und Einkommensentwicklung sowie die für das Angebot relevante Bauaktivität einen wesentlichen Einfluss auf die Wohnkosten haben. Es ist somit gut möglich, dass nach einer längeren Phase relativer Ruhe auf dem Mietwohnungsmarkt die Mieten trotz unverändertem Referenzzinssatz langsam steigen könnten. Allen Knappheitssignalen zum Trotz verharrt die Wohnbautätigkeit in der Schweiz auf historisch tiefem Niveau und kommt mit der Dynamik bei der Nachfrage nicht mehr mit.

Aus Sicht von Swiss Banking bleibt zentral: Der Schweizer Hypothekarmarkt funktioniert stabil und verlässlich. Banken tragen dazu bei, indem sie Risiken sorgfältig einschätzen, Finanzierungen langfristig ausrichten und Kundinnen und Kunden in einem zunehmend komplexeren Umfeld begleiten.

In dem gegenwärtig veränderlichen Umfeld zeigt sich exemplarisch, dass diese Stabilität uns allen zugutekommt.

Martin Hess, Chefökonom und Leiter Wirtschaftspolitik Swiss Banking: 

«Der Referenzzinssatz dämpft die aktuell hohen Marktausschläge und sorgt für stabile Verhältnisse bei den Wohnungsmieten.»

Wirtschaft

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Martin Hess
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