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02.03.2026

Schweizer Finanzplatz: Innovativ trotz wachsender Herausforderungen

Die SBFI‑Studie «Neue Innovationsmodelle» bestätigt die hohe Innovationskraft des Schweizer Finanzplatzes. Gleichzeitig zeigt sie, unter welchen Rahmenbedingungen Innovation künftig gesichert werden kann.

Die vom Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) in Auftrag gegebene Studie «Neue Innovationsmodelle» attestiert dem Schweizer Finanzsektor insgesamt eine hohe und breit abgestützte Innovationskraft. Banken, Versicherungen und Fintechs entwickeln ihre Produkte, Dienstleistungen und Prozesse kontinuierlich weiter, um sich in einem Umfeld zu behaupten, das von intensivem Wettbewerb und einem hohen technologischem Veränderungsdruck geprägt ist. Innovation erfolgt dabei überwiegend in Form schrittweiser, inkrementeller Verbesserungen, die zur Stabilität, Effizienz und Kundennähe des Sektors beitragen. Fintech‑Unternehmen ergänzen diese Entwicklung punktuell durch radikalere Innovationsansätze. Dieses Zusammenspiel stärkt die Anpassungsfähigkeit des Finanzplatzes insgesamt und fördert einen produktiven Wettbewerb um die besten Lösungen. Kundengetriebene Dynamiken spielen demgegenüber eine geringere Rolle, insbesondere im Versicherungssegment.

Technologie, Nachhaltigkeit und Kooperationen als wichtige Treiber
Technologische Entwicklungen wie cloudbasierte Infrastrukturen und Anwendungen der künstlichen Intelligenz gewinnen branchenweit an Bedeutung. In der praktischen Umsetzung wird das vorhandene Innovationspotenzial jedoch durch Defizite bei der Datenqualität sowie durch den Mangel an qualifizierten Fachkräften gebremst.

Auch Nachhaltigkeitsaspekte prägen die Innovationsdynamik im Finanzsektor. Der Fortschritt wird jedoch auch in diesem Bereich durch fehlende oder unzureichende Daten, uneinheitliche Standards und eine begrenzte empirische Evidenz eingeschränkt. Dies erschwert sowohl die Transparenz als auch die Skalierbarkeit nachhaltiger Innovation.

Gleichzeitig nimmt die Bedeutung von Kooperationen zu. Banken und Versicherungen arbeiten vermehrt mit anderen Unternehmen sowie mit wissenschaftlichen Institutionen zusammen, um Innovationsvorhaben umzusetzen. Kooperationen mit direkten Wettbewerbern bleiben hingegen die Ausnahme

Rahmenbedingungen als Schlüssel für zukünftige Innovationsfähigkeit
Die Studie zeigt weiter, dass die wiederholte Verschärfung regulatorischer Anforderungen Innovation im Finanzbereich deutlich erschwert. Sie erhöht die Innovationskosten, reduziert die Planungssicherheit für Innovationsvorhaben und steigert den Bedarf an hoch qualifizierten Mitarbeitenden. Die Unterstützung der öffentlichen Hand wird von den befragten Unternehmen hingegen als wenig relevant eingeschätzt. Bestehende Förderinstrumente werden von Finanzinstituten kaum genutzt. Für die erfolgreiche Umsetzung von Innovationen sind vielmehr die wirtschaftlichen Erfolgsaussichten sowie tragfähige Finanzierungsmöglichkeiten entscheidend.

Insgesamt unterstreicht die Studie die Stärke des Schweizer Finanzplatzes, macht jedoch auch deutlich, wo gezielte Anpassungen erforderlich sind. Auf staatlicher Seite zählen dazu insbesondere Massnahmen zur Verbesserung des Zugangs zu Talenten, etwa über kontinuierliche Investitionen in die Hochschulbildung sowie erleichterte Zuwanderungsregelungen für Nicht‑EU‑Studierende, die ihr Studium an Schweizer Hochschulen abgeschlossen haben. Hinzu kommen schlankere und stabilere regulatorische Rahmenbedingungen sowie ein gezielterer Einsatz der Instrumente von Innosuisse zur Förderung akademisch‑industrieller Partnerschaften im Finanzsektor. Darüber hinaus können Massnahmen zur Verbesserung des Datenaustauschs sowie der gezielte Ausbau von Open‑Data‑Ansätzen bei den Behörden – unter Berücksichtigung von Datenhoheit und ‑souveränität – die Geschwindigkeit von KI‑ und technologiebasierten Innovationen erhöhen. Gleichzeitig ist auch die Branche gefordert, Rahmenbedingungen zu schaffen, die die Finanzierung von Innovationsprojekten erleichtern und Investitionen in neue Technologien begünstigen.

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Autoren

Richard Hess
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