Medienmitteilungen
10.02.2026

Schweizer Banken werden mehrheitlich positiv beurteilt, Hausbanken bleiben klarer Vertrauensanker

Die jüngste Meinungsumfrage «Bankenmonitor» der Schweizerischen Bankiervereinigung (SBVg) zum Schweizer Bankenplatz zeigt: Das Interesse an Wirtschaftsfragen erreicht einen Höchststand und Banken bleiben einer der bedeutendsten Wirtschaftszweige des Landes. Der Blick der Bevölkerung auf die Banken bleibt von einer grundsätzlich positiven Haltung geprägt. Insbesondere ihr Beitrag an Wirtschaft und Wohlstand und als Pfeiler der Stabilität wird anerkannt. Auch die persönliche Beziehung zur Hausbank wird ausgesprochen wohlwollend wahrgenommen. Gleichzeitig gewinnt die kritische Wahrnehmung an Gewicht, dass Banken ihren eigenen Profit zu stark gegenüber gesellschaftlicher Verantwortung priorisieren und zu wenig nachhaltig agieren.

Mit 82 Prozent erreicht das Interesse der Bevölkerung an Wirtschafts- und Finanzthemen 2025 einen Rekordwert. Banken zählen – gleichauf mit der Pharmaindustrie – für 93 Prozent der Befragten zu den tragenden Branchen der Schweizer Volkswirtschaft. Die generelle Einstellung zu den Schweizer Banken fällt jedoch zurückhaltender aus als noch 2021, während der Corona-Pandemie: 53 Prozent beurteilen Banken positiv, womit das Vertrauen wieder auf dem Niveau vor der Finanzkrise 2008 liegt. Deutliche Unterschiede zeigen sich dabei zwischen Bevölkerungsgruppen: Ältere Personen, deutsch- und italienischsprachige Befragte sowie bürgerliche Wählerinnen und Wähler stehen Banken deutlich positiver gegenüber als jüngere, französischsprachige oder links-grün orientierte Personen.

Banken leisten zentralen Beitrag zu Wohlstand und Stabilität

Der Blick der Bevölkerung auf die Schweizer Banken bleibt von einer grundsätzlich positiven Haltung geprägt: Ihre volkswirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung und ihr Beitrag für den Wohlstand und als Pfeiler für Stabilität werden klar anerkannt. Besonders geschätzt werden ihre Verlässlichkeit, ihre Rolle als bedeutende Arbeitgeber sowie ihre Unterstützung von KMU bei Finanzierungsfragen.

Dennoch gibt es Aspekte, die am Image des Sektors kratzen: Vorbehalte richten sich insbesondere auf die Wahrnehmung, dass Banken ihren eigenen Profit stärker gewichten als gesellschaftliche Verantwortung. Auch Zweifel am tatsächlichen Nachhaltigkeitsengagement trüben zunehmend das Gesamtbild.

Hausbank weiterhin als Fels in der Brandung

Sehr positiv fällt die Beurteilung der eigenen Bank aus. 83 Prozent der Befragten äussern sich zufrieden mit ihrer Hausbank. Damit bleibt die persönliche Beziehung zur Hausbank über die Zeit hinweg stabil und wohlwollend. Besonders geschätzt werden die Leistung, die Zuverlässigkeit, die Vertrauenswürdigkeit und die Sicherheit, während das Thema Nachhaltigkeit auch im direkten Verhältnis zur Hausbank zunehmend an Bedeutung verliert. Die Kritik an einem übermässigen Profitdenken, an unzureichender Nachhaltigkeit oder an vergangenem Fehlverhalten richtet sich nicht an die eigene Bank, sondern an den Bankenplatz insgesamt.

Wettbewerbsfähigkeit trotz starker Standortvorteile unter Druck

Für 91 Prozent der Befragten ist die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Schweizer Finanzplatzes wichtig. Gleichzeitig hat sich die Einschätzung der aktuellen Position aufgrund geopolitischer und regulatorischer Entwicklungen eingetrübt: Nur noch 27 Prozent der Befragten sehen Schweizer Banken als wettbewerbsfähiger als ihre internationalen Konkurrenten. Als wichtigste Standortvorteile gelten weiterhin die politische und wirtschaftliche Stabilität, die hochwertige Ausbildung und der Schutz der finanziellen Privatsphäre. Servicequalität und Nachhaltigkeit verlieren dagegen an Relevanz. Eine Mehrheit erwartet, dass sich der globale Druck verschärft und bestehende Standortvorteile schwieriger zu verteidigen sein werden.

Nachhaltigkeit: vom Imagevorteil zum Risikofeld

Im Vergleich zu früheren Jahren können Schweizer Banken weniger mit ökologischer Nachhaltigkeit punkten. Nur noch eine knappe Mehrheit (52 Prozent) glaubt, dass Banken heute nachhaltiger agieren als vor fünf Jahren. Nachhaltigkeit entwickelt sich damit zunehmend von einem Imageplus zu einem kritischen Wahrnehmungsfeld, das zu einer negativeren Gesamtbeurteilung der Banken beiträgt.

Digitalisierung bleibt Chance, erfordert aber klare Regeln und Sicherheitsstandards

Die Digitalisierung des Finanzsektors wird weiterhin mehrheitlich als Chance gesehen (65 Prozent Zustimmung), jedoch deutlich zurückhaltender als in früheren Erhebungen. Effizienzgewinne und verbesserte Dienstleistungen werden anerkannt, gleichzeitig wachsen Sorgen über Sicherheitsrisiken, Arbeitsplatzverluste und den Rückgang persönlicher Kundenkontakte. Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz verstärkt diese Ambivalenz. Digitalisierung bleibt damit akzeptiert, wird aber stärker an Bedingungen geknüpft. Als zentral gelten der Aufbau von Kompetenzen, hohe Sicherheitsstandards und klare Regeln, um Vertrauen langfristig zu sichern.

Roman Studer, CEO der SBVg
«Die Banken sind tragende Pfeiler unserer Volkswirtschaft und leisten einen entscheidenden Beitrag zu Wohlstand und Stabilität – das wird breit anerkannt. Zugleich fordern geopolitische und regulatorische Entwicklungen sowie die fortschreitende Digitalisierung die Banken stärker denn je. Umso erfreulicher ist es, dass es ihnen gelungen ist, selbst in diesem anspruchsvollen Umfeld eine verlässliche Hausbank für ihre Kundinnen und Kunden zu bleiben – ein stabiler Fels in der Brandung.»

Bankenmonitor: Befragungskonzept und Methode

Seit 1995 führt die SBVg regelmässig eine repräsentative Meinungsumfrage zum Schweizer Bankensektor durch. Die jüngste Studie wurde im Zeitraum zwischen dem 9. und dem 31. Oktober 2025 durch das Forschungsinstitut gfs.bern durchgeführt. Befragt wurden 1’005 Stimmberechtigte der Schweiz (696 aus der Deutschschweiz, 241 aus der Westschweiz, 69 aus dem Tessin, gewichtet nach dem demografischen Anteil jeder Sprachregion), wobei 502 Personen via Telefon und 503 Personen über das Online-Panel von gfs.bern, «polittrends», teilgenommen haben.

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