Medienmitteilungen
31.08.2026

Schweizer Bankensektor erwartet weiteres Wachstum nach Rekordjahr

Das jährliche Bankenbarometer der Schweizerischen Bankiervereinigung (SBVg) zeigt für 2025 ein positives Bild: Der aggregierte Geschäftserfolg stieg um 5,8 Prozent auf ein Allzeithoch von CHF 73,8 Mrd. Gleichzeitig erreichten die verwalteten Vermögen ebenfalls ein neues Rekordniveau. Für 2026 rechnen die CIOs sowie Chefökonominnen und Chefökonomen der Banken in der Schweiz mit einem weiter steigenden Geschäftserfolg. Die Konsensprognose des Swiss Banking Outlook sieht insbesondere im Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft weiteres Wachstum.

Die Schweizer Wirtschaft wuchs 2025 real um 1,5 Prozent und blieb damit unter ihrem langfristigen Durchschnitt. Die Entwicklung verlief uneinheitlich: Handel, Finanzdienstleistungen und die chemisch-pharmazeutische Industrie setzten positive Impulse, während sich das übrige verarbeitende Gewerbe rückläufig entwickelt hat.

Bankenbarometer

Bankensektor bleibt trotz anspruchsvollem wirtschaftlichem und regulatorischem Umfeld robust

Der Schweizer Bankensektor bleibt trotz volatilem handels- und geopolitischem Umfeld, Nullzinsen und erhöhten Finanzstabilitätsrisiken robust aufgestellt und hat 2025 ein hervorragendes Resultat erzielt. Für die Weiterentwicklung der Bankenregulierung bleibt entscheidend, dass sie die Stabilität stärkt und zugleich die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Bankenplatzes Schweiz erhält.

Geschäftserfolg erreicht 2025 ein Allzeithoch

Das Jahr 2025 verlief für die Banken in der Schweiz insgesamt erfolgreich. Der aggregierte Geschäftserfolg stieg gegenüber dem Vorjahr um 5,8 Prozent auf ein Allzeithoch von CHF 73,8 Mrd. Insbesondere das Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft mit einem Plus von 6,5 Prozent sowie der übrige ordentliche Erfolg mit einem Anstieg von 26,6 Prozent trugen zu dieser positiven Entwicklung bei. Der Zinserfolg blieb aufgrund des anhaltenden Margendrucks verhalten und ging trotz höherem Kreditvolumen leicht um 0,8 Prozent zurück.

Verwaltete Vermögen auf Rekordniveau

Die verwalteten Vermögen stiegen 2025 um 4,8 Prozent auf den Rekordwert von CHF 9'729 Mrd. und überschritten im ersten Halbjahr 2026 mit CHF 10'119,5 Mrd. erstmals die Marke von CHF 10'000 Mrd. Ausschlaggebend war vor allem die positive Entwicklung an den Aktienmärkten, die zu einem deutlichen Anstieg der Wertschriftenbestände in Kundendepots führte. Die Vermögen sowohl inländischer als auch ausländischer Kundinnen und Kunden nahmen zu.

Das bestätigt die anhaltend hohe Attraktivität der Schweiz als Vermögensverwaltungsstandort und unterstreicht das Vertrauen in den Bankenplatz gerade in geopolitisch unsicheren Zeiten.

Beschäftigungsentwicklung uneinheitlich bei den Banken, Ausblick stabil

Die Schweizer Banken beschäftigten Ende 2025 im Inland 92'002 Personen in Vollzeitäquivalenten, was einem Rückgang von 2'345 Stellen bzw. 2,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Dieses Ergebnis ist auf die Grossbank zurückzuführen. Alle anderen Bankengruppen konnten einen Stellenzuwachs verzeichnen. In der ersten Jahreshälfte 2026 ging der Personalbestand gemäss SBVg-Umfrage weiter zurück. Grossteils ist dies auf den Rückgang der Auslandbeschäftigung zurückzuführen. Für den weiteren Jahresverlauf 2026 fallen die Erwartungen der befragten Expertinnen und Experten insgesamt verhalten positiv aus: Knapp 60 Prozent rechnen mit einem stabilen Personalbestand und rund ein Drittel sogar mit einem Anstieg.

Swiss Banking Outlook

Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft soll künftiges Wachstum stützen

Die befragten Expertinnen und Experten erwarten für 2026 insgesamt eine positive Entwicklung des Geschäftserfolgs der Banken in der Schweiz. Mehr als die Hälfte rechnet mit einem höheren Ergebnis, ein Drittel mit einer stabilen Entwicklung, ein Rückgang wird nicht erwartet. Wachstumstreiber bleibt vor allem das Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft: 73 Prozent der Befragten erwarten hier einen höheren Erfolg, während das klassische Zinsgeschäft im anhaltenden Nullzinsumfeld weiterhin unter Druck bleiben dürfte.

Die Schweiz behauptet ihre Rolle als einer der führenden Standorte in der grenzüberschreitenden Vermögensverwaltung

Die grenzüberschreitende Vermögensverwaltung dürfte auch 2026 ein zentraler Wachstumspfeiler für den Bankenplatz Schweiz bleiben. Die befragten Expertinnen und Experten erwarten mehrheitlich weiteres Wachstum: Ausländische Kunden schätzen in einem geopolitisch volatilen Umfeld die anhaltende Attraktivität der Schweiz als sicherer und stabiler Vermögensstandort. Als wichtigste Standortfaktoren nennen die Befragten insbesondere Rechtssicherheit und politische Stabilität. Dies dürfte zu weiteren Kapitalzuflüssen führen.

Digitalisierung, künstliche Intelligenz und zunehmende Regulierung prägen die Wettbewerbsfähigkeit

Die Befragten stufen das digitale Kundenerlebnis als grösste Chance für den Bankenplatz Schweiz ein. Gleichzeitig gilt der erfolgreiche Umgang mit künstlicher Intelligenz für 86 Prozent der Befragten als entscheidend für die internationale Wettbewerbsfähigkeit. Als grösste Risiken nennen die Experten den zunehmenden Wettbewerbsdruck durch digitale Plattformen und Technologieanbieter sowie die steigende Regulierungsdichte, die von 93 Prozent der Befragten als wichtig oder sehr wichtig eingestuft wird.

Martin Hess, Chefökonom und Leiter Wirtschaftspolitik der SBVg: 

«Der Swiss Banking Outlook deutet darauf hin, dass die Banken in der Schweiz auch 2026 mit Rückenwind rechnen können. Entscheidend für die positive Erfolgsentwicklung wird die Stärke des Vermögensverwaltungs-geschäfts sein.»

Über die Studien

Das jährlich erscheinende Bankenbarometer der SBVg fasst die wichtigsten Kennzahlen und Entwicklungen des Bankenplatzes Schweiz zusammen. Es stützt sich auf Zahlen der Schweizerischen Nationalbank (SNB) sowie auf Erkenntnisse aus Umfragen unter den Mitgliederorganisationen der SBVg. Der halbjährlich erscheinende Swiss Banking Outlook der SBVg gibt einen Ausblick auf die Entwicklung der Konjunktur- und Finanzmarktindikatoren sowie auf die Zukunftschancen des Bankenplatzes Schweiz. Er basiert auf einer Umfrage unter Chefökonominnen und Chefökonomen sowie Chief Investment Officer von Mitgliederorganisationen der SBVg und ist damit ein breit abgestützter Ausblick zum Bankensektor in der Schweiz.

Weitere Informationen finden Sie unter Bankenbarometer und Swiss Banking Outlook.

Über die Schweizerische Bankiervereinigung (SBVg)

Die SBVg ist der Dachverband der Schweizer Banken. Sie vertritt die Branche national und international gegenüber Wirtschaft, Politik, Behörden und der breiten Öffentlichkeit. Die SBVg steht für offene Märkte, unternehmerische Handlungsspielräume und faire Wettbewerbsbedingungen. Als Kompetenzzentrum vermittelt sie bankenrelevantes Wissen und engagiert sich für zukunftsweisende Themen. 1912 in Basel gegründet, zählt die SBVg heute rund 265 Organisationen sowie etwa 10'000 Personen zu ihren Mitgliedern.

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