Digitale Währungen 
und Zahlungssysteme 

Die Einführung und Verbreitung digitaler Zahlungsmittel wie privater Stablecoins bieten zusätzlichen Kundennutzen. Sie stehen jedoch in einer unmittelbaren Wechselwirkung mit dem Zahlungsverkehr. Dadurch stellen sich wichtige Fragen für Banken und Behörden. Die Schweizerische Bankiervereinigung setzt sich deshalb mit möglichen Implikationen digitaler Währungen auseinander und verfolgt den rapiden Umbruch des Zahlungssystems. 

In Zukunft werden digitale Währungen und andere elektronische Zahlungsmittel wichtige Bestandteile der „Digital Economy“ sein. Da sie einen klaren sozialen und wirtschaftlichen Mehrwert bieten, ist es nicht eine Frage ob, sondern nur wann und in welcher Form sie eingeführt und breit verwendet werden. Eine Veränderung der genutzten Zahlungsmittel wird gleichzeitig die Anforderungen an den Zahlungsverkehr modifizieren. Dieser wird künftig kanalunabhängige und grenzüberschreitende Instant-Payment Möglichkeiten bieten müssen. 

Nachfrage nach digitalen Zahlungsmitteln steigt rasant

Kryptowährungen wie Bitcoin erhalten seit Jahren viel Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit. Die Veröffentlichung von Facebooks Plänen rund um Diem (ehemals Libra) im Jahr 2019 hat die Arbeiten an digitalen Währungen und privaten elektronischen Zahlungsmitteln massiv beschleunigt. Seither beschäftigten sich Zentralbanken und Wirtschaftsakteure weltweit intensiv mit Central Bank Digital Currencies (CBDC) und privaten Stablecoins.  

Solche Währungen bieten vielfältige Möglichkeiten und grossen wirtschaftlichen Nutzen. Sie ermöglichen die Programmierbarkeit von Geldflüssen durch Smart Contracts, Zahlungsabwicklungen zwischen Maschinen ohne menschliches Zutun, sowie die Vereinfachung grenz- und währungsüberschreitender Zahlungen.  

Veränderungen im Payment bereits im Gange  

Der markante Anstieg von bargeldlosen Zahlungen und die wachsende Bedeutung von digitalen Währungen beeinflussen auch das Zahlungssystem. Der Zahlungsverkehr, der ehemals als reiner Kostentreiber angeschaut wurde, steht mitten in bedeutenden technologischen, betriebswirtschaftlichen und regulatorischen Umwälzungen. Er ist zwar robust, aber auch langsam, unflexibel und teuer. Doch die Ansprüche der Kunden, die Marktinfrastruktur sowie Wettbewerb und neue Technologien verlangen heute sichere omnichannel und instant Zahlungsmöglichkeiten.

Banken stehen vor zahlreichen Herausforderungen  

Der anstehende Innovationsschub stellt die Finanzwelt und ganz spezifisch die Banken vor zahlreiche geschäftspolitische, ökonomische, technologische und rechtliche Herausforderungen.  

Während Banken in der öffentlichen Diskussion bisher verhalten waren, treiben die Behörden das Thema mit grossem Engagement. Gemeinsam mit dem BIZ Innovation Hub hat die SNB bereits mehrere Testläufe zu einer digitalen Zentralbankenwährung durchgeführt und der Bundesrat veröffentlichte 2019 einen ausführlichen Bericht zu CBDC. Die SIX liess zudem verlauten, dass ab 2023/24 Instant-Payments im Schweizer Zahlungsverkehr eingeführt werden.  

Die Bankiervereinigung setzt sich intensiv mit der Thematik auseinander, um disruptive Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und aktiv an der Gestaltung idealer Rahmenbedingungen mitzuarbeiten. 

Experten

Martin Hess
Leiter Wirtschaftspolitik
+41 58 330 62 50