Was versteht man unter Crypto-Asset Reporting Framework (CARF)? 

Das Crypto-Asset Reporting Framework (CARF) ist der von der OECD entwickelte internationale Standard für den automatischen Informationsaustausch über Kryptowerte. Er ergänzt den automatischen Informationsaustausch über Finanzkonten (AIA) und soll sicherstellen, dass auch Transaktionen mit Kryptowerten grenzüberschreitend steuerlich transparent erfasst werden.  

Was genau passiert unter CARF? 

Der CARF verpflichtet bestimmte Anbieter von Kryptodienstleistungen, Informationen über ihre Kundinnen und Kunden sowie relevante Transaktionen zu erfassen und an die zuständige Steuerbehörde zu melden. Die Steuerbehörden tauschen diese Informationen anschliessend mit den Staaten aus, in denen die betroffenen Personen steuerlich ansässig sind. Ziel ist es, auch im Bereich von Kryptotransaktionen, eine international einheitliche Steuertransparenz zu gewährleisten. 

Schon gewusst? 

Relevante Kryptowerte wie Bitcoin oder Ether als Kryptowährungen, ein an den US-Dollar gekoppelter Stablecoin sowie tokenisierte Schuldverschreibungen oder Fondsanteile als Anlage-Tokens sind digitale Darstellungen von Werten, die auf kryptografisch gesicherter Distributed-Ledger-Technologie oder einer ähnlichen Technologie beruhen und für Zahlungs- oder Investitionszwecke verwendet werden können. Ausgenommen sind digitale Zentralbankwährungen und bestimmte spezifizierte E‑Geld-Produkte und Sonderfälle gemäss FAQs. 

Update 2026: Stand der Umsetzung in der Schweiz 

Die Schweiz hat beschlossen, den CARF in ihre Rechtsgrundlagen zu integrieren. Die ursprünglich für den 1. Januar 2026 geplante Einführung des CARF wurde jedoch um mindestens ein Jahr verschoben.  

Im Rahmen der Schweizer Umsetzung ist für die Praxis besonders relevant, ob ein Anbieter vor der Einführung in der Schweiz bereits in einem anderen teilnehmenden Staat nach CARF melden muss. Ebenfalls wichtig ist der Umgang mit bestimmten tokenisierten Vermögenswerten. Die OECD-FAQs schaffen dazu punktuell mehr Klarheit. Die SBVg begrüsst die Übergangsregel zur gestaffelten Einführung, sieht aber die vorgesehene Vetomöglichkeit einzelner Staaten kritisch, da sie zusätzliche Unsicherheiten schaffen kann. Eine einheitliche Umsetzung bleibt zentral, um Wettbewerbsverzerrungen und Rechtsunsicherheiten zu vermeiden. 

Rechtliche Grundlagen des CARF 

Der CARF basiert auf den von der OECD entwickelten internationalen Standards für den Informationsaustausch über Kryptowerte. Dazu gehören der Melderahmen für Kryptowerte sowie die dazugehörigen Kommentare und technischen Vorgaben. Der Melderahmen legt fest, wer welche Informationen zu sammeln und zu melden hat. Ergänzend veröffentlicht die OECD laufend technische Unterlagen und Auslegungshilfen, insbesondere FAQs. 

Die Schweiz integriert den CARF in ihre bestehenden AIA-Rechtsgrundlagen. Für die Praxis bleiben neben den gesetzlichen Grundlagen insbesondere Wegleitungen, behördliche Präzisierungen und OECD-Kommentare zentral. 

Wofür wir stehen? 

Die SBVg begleitet die Weiterentwicklung des CARF eng und bringt sich aktiv in die Diskussionen zur Schweizer Umsetzung ein. Sie setzt sich insbesondere für praktikable Regeln, Rechtssicherheit, den Schutz rechtsstaatlicher Grundprinzipien sowie für international gleiche Wettbewerbsbedingungen ein. Zudem ist eine kohärente Abstimmung mit bestehenden Transparenzstandards wie dem Common Reporting Standard (CRS) von besonderer Bedeutung. 

Expertin

Sonja Tacken
Senior Tax Analyst
+41 58 330 62 12