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24.06.2026

10 Jahre UN-Nachhaltigkeitsziele: Wo steht die Schweiz?

2015 haben sich alle Staaten der Welt – darunter auch die Schweiz –zur Verfolgung von 17 Nachhaltigkeitszielen verpflichtet. Im vergangenen Monat legte der Bundesrat einen Länderbericht vor, der über den aktuellen Stand der Umsetzung in der Schweiz informiert. Während einige Erfolge erzielt wurden, fällt der Ausblick wenig optimistisch aus.

Wer kennt sie nicht? Die 17 bunten Kästchen der Ziele für eine nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) der Vereinten Nationen. Im September 2015 auf dem Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung in New York verabschiedet, traten sie am 1. Januar 2016 in Kraft. Die SDGs verfolgen bis 2030 drei übergeordnete Ziele: die Beendigung extremer Armut, die Reduktion von Ungleichheiten und den Schutz des Planeten. Anders als die vorherigen Millenium Development Goals (2000-2015) richten sich die SDGs an alle Staaten, nicht nur an Entwicklungsländer.

Die Schweiz und die Nachhaltigkeitsziele

Weniger bekannt dürfte sein, dass die Schweiz bei der Ausarbeitung der Agenda 2030 eine aktive Rolle spielte. Sie koordinierte das weltweite Konsultationsverfahren und engagierte sich insbesondere bei den Zielen betreffend Wasser, Gesundheit, Gleichstellung der Geschlechter, Frieden und integrative Gesellschaft, Migration sowie nachhaltige Produktion und Konsum. Auch das Kapitel «Follow-up und Bewertung» trägt den Stempel der Schweiz. Entsprechend hat sich die Schweiz zur Agenda 2030 verpflichtet und ambitionierte nationale Ziele gesetzt.

Länderbericht 2026: Fortschritte und Herausforderungen

Am 13. Mai 2026 hat der Bundesrat den Länderbericht 2026 veröffentlicht. Der alle vier Jahre erscheinende freiwillige Bericht zeigt ein gemischtes Bild zur Umsetzung der SDGs: Einerseits hat der Bund mit neuen Strategien, angepassten gesetzlichen Grundlagen und Förderinstrumenten die Rahmenbedingungen für positive Entwicklungen in Bereichen wie Kreislaufwirtschaft, erneuerbare Energien oder Gleichstellung geschaffen. Andererseits erscheinen zentrale Ziele unter den aktuellen Bedingungen in den verbleibenden knapp fünf Jahren schwer erreichbar. Das betrifft insbesondere nachhaltigen Konsum, Klima, Armutsreduktion, bezahlbaren Wohnraum und die Bekämpfung von Diskriminierung. Auch der Zustand der Biodiversität wird als weiterhin unbefriedigend beschrieben, bedingt durch Belastungen durch Landwirtschaft, Infrastruktur, invasive Arten und Klimawandel. Vor diesem Hintergrund hat die SBVg im vergangenen Jahr eine Studie veröffentlicht, die Wege aufzeigt, wie die Erreichung der nationalen und internationalen Biodiversitätsziele finanziert werden kann.

Schwieriger Endspurt

Dass die SDGs im Länderbericht vom Bund nur noch als Referenzrahmen bezeichnet werden, beunruhigt viele Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft. Zwar erfordert die Bewältigung der aktuellen geopolitischen Herausforderungen viel Aufmerksamkeit und Ressourcen. Eine Abkehr von den SDGs wäre jedoch kurzfristig gedacht und letztlich teuer: Die Schweizer Wirtschaft – inklusive des Bankensektors – hat bereits grosse Anstrengungen für die notwendige Transformation hin zu einer nachhaltigen Wirtschaft unternommen. Um diesen Weg fortzusetzen, braucht es Planungssicherheit. Nur so können Innovationen angestossen und damit die Wettbewerbsfähigkeit und Versorgungssicherheit gesichert werden. In dieselbe Kerbe schlägt die Eidgenössische Finanzkontrolle. Sie empfiehlt in ihrem jüngsten Bericht eine kohärente und wirksame Umsetzung der Strategie Nachhaltige Entwicklung 2030 sowie die Nutzung wirksamer strategischer Hebel.

Bereits bei der Verabschiedung der SDGs 2015 zeichnete sich ab, dass deren Umsetzung anspruchsvoll sein würde. Geopolitische und wirtschaftliche Herausforderungen hatten den früheren Optimismus bereits gedämpft. Umso wichtiger ist es jetzt, Kurs zu halten – auch über 2030 hinaus.

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Erol Bilecen
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