Relevante Positionen und Empfehlungen im Bereich Sustainable Finance

Diese Seite bietet den Mitgliedern der Schweizerischen Bankiervereinigung (SBVg) eine Übersicht über die relevanten Positionen und Empfehlungen im Bereich Sustainable Finance. Der Fokus liegt dabei auf den thematischen Perspektiven der Branche; nicht abgedeckt sind die geltenden gesetzlichen und aufsichtsrechtlichen Rahmenbedingungen. Die vorliegende Übersicht wird quartalsweise aktualisiert und dient den Mitgliedern als Orientierungsrahmen.

Grundsatzpositionen

«Sustainable Finance» ist eine strategische Priorität der SBVg. Darunter versteht man jede Form von Finanzdienstleistung, die Umwelt-, Sozial- und Governance-Kriterien (Environmental, Social and Governance, kurz ESG) in die Geschäfts- oder Investitionsentscheidungen zum nachhaltigen Nutzen der Kunden und der Gesellschaft insgesamt integriert. Die SBVg hat ihre Grundsatzpositionen dazu veröffentlicht.

Relevante Positionen und Empfehlungen

1. Anlegen und Investieren

Im Bereich Anlagen und Investitionen hat der Finanzplatz die grösste Hebelwirkung im Hinblick auf Sustainable Finance. In der Schweiz wurden Ende 2020 gemäss Swiss Sustainable Finance (SSF) CHF 1’520.2 Mrd. an nachhaltigen Vermögensanlagen verwaltet.

Integrieren von ESG-Kriterien in den Beratungsprozess für Privatkunden

Der Beratungsprozess ist zentral, wenn es darum geht, dass Kunden die Konsequenzen ihrer Investments aus einer ESG-Perspektive verstehen, beeinflussen oder sogar steuern können. Die SBVg empfiehlt ihren Mitgliedern, sich an dem folgenden Leitfaden zu orientieren und diesen umzusetzen:

Anlageprodukte

Die SBVg empfiehlt ihren Mitgliedern, sich an den Arbeiten der Asset Management Association (AMAS) und von SSF zu orientieren.

Internationale Branchenvereinbarungen

Die SBVg unterstützt die Anwendung internationaler Initiativen. Viele Schweizer Investmenthäuser haben sich diesen Vereinbarungen angeschlossen. Die SBVg empfiehlt ihren Mitgliedern, sich an den beiden folgenden Branchenvereinbarungen anzuschliessen, insofern diese relevant für ihre Geschäftsmodelle sind:

2.  Finanzierung

Der Wandel zu einer emissionsarmen Volkswirtschaft erfordert in den kommenden Jahren gezielte Investitionen. Dem Schweizer Finanzplatz kommt eine entscheidende Bedeutung zu, da er für die Finanzierung eben dieser Investitionen im Mittelpunkt steht.

Internationale Branchenvereinbarungen

Wie beim Anlegen und Investieren unterstützt die SBVg auch bei der Finanzierung die Anwendung internationaler Initiativen. Die SBVg empfiehlt ihren Mitgliedern, sich an den beiden folgenden Branchenvereinbarungen anzuschliessen, insofern diese relevant für ihre Geschäftsmodelle sind:

3. Transparenz

Klimatransparenz

Eine Möglichkeit zur Messung der Klimaverträglichkeit ist die PACTA-Methode (Paris Agreement Capital Transition Assessment). Die SBVg empfiehlt ihren Mitgliedern, an den regelmässigen Klimaverträglichkeitstests des Bundesamtes für Umwelt (BAFU) teilzunehmen.

Klimarisiken

Seit 1. Juli 2021 sind grosse Banken und Versicherungsunternehmen (Aufsichtskategorien 1 und 2) verpflichtet, qualitative und quantitative Daten von klimabezogenen Finanzrisiken offenzulegen. Die Offenlegungsregeln sind an die Empfehlungen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD) angelehnt.

4. Aus- und Weiterbildung

 KV-Reform

Im Zuge der Reform Kaufleute 2023 wurden die neuen betrieblichen Leistungsziele im April 2020 vom BAFU bzw. dem Bundesamt für Energie (BFE) überprüft. Mit Lehrbeginn 2023 gibt es drei neue Leistungsziele mit Nachhaltigkeitsbezug, die künftige Lernende sowohl im Betrieb als auch im überbetrieblichen Kurs begleiten. 

Kooperation mit éducation21

Um Sustainability in die Grundbildung einzubauen, werden Synergien aufgebaut. So konnte die SBVg die Stiftung éducation21 als Partner gewinnen. Éducation21 ist ein nationales Kompetenz- und Dienstleistungszentrum für Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) in der Schweiz. Im Auftrag der Kantone, des Bundes und der Zivilgesellschaft unterstützt éducation21 die Umsetzung und Verankerung von BNE auf Ebene Sekundarstufe II. Gemeinsam mit education21 können so den in der Grundbildung aktiven Banken zusätzliche Ressourcen und pädagogische Dienstleistungen angeboten werden. Dies trägt dazu bei, Jugendliche, die eine Lehre bei den Banken machen, auf ein selbständiges und selbstverantwortliches Leben in einer immer komplexer werdenden Welt vorzubereiten.

Weiterbildung

Die SBVg empfiehlt ihren Mitgliedern, ihre Kundenberaterinnen und Kundenberater im Bereich Wealth Management nach dem Standard «Certified Wealth Management Advisor CWMA» der Swiss Association for Quality (SAQ) gemäss internationaler Norm ISO 17024 zu zertifizieren. Dank einer Kooperation mit SAQ und Swiss Sustainable Finance (SSF) ist das Thema Nachhaltigkeit ab 1. Januar 2022 noch stärker im Body of Knowlegde (BoK) der Kundenberaterzertifizierung SAQ verankert.

Ansprechpersonen

August Benz
Leiter Private Banking & Asset Management, Mitglied der Geschäftsleitung
+41 58 330 62 27
Hans-Ruedi Mosberger
Leiter Asset Management & Sustainability
+41 58 330 62 61