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03.11.2022

Chefökonom Claude Maurer: Bei Wertanlagen ist die Risikostreuung die beste Reaktion auf den «perfekten Sturm»

Wie steckt die Schweizer Wirtschaft die aktuellen Turbulenzen weg? Wie sollten Anlegerinnen und Anleger reagieren? Und wie wirkt sich die hohe Inflation im Ausland auf die Schweiz aus? Antworten auf diese Fragen gibt Claude Maurer, Chefökonom der Credit Suisse in der Schweiz, in der neuen Ausgabe des Podcasts «Stimmen des Finanzplatz» der Schweizerischen Bankiervereinigung (SBVg). 

«Fallende Aktienkurse und steigende Zinsen – das sind Bestandteile des perfekten Sturms, weil es für Anlegerinnen und Anleger fast keine Möglichkeiten zur Diversifikation gibt.» Das sagt der Chefökonom der Credit Suisse in der Schweiz, Claude Maurer, im Podcast «Stimmen des Finanzplatzes». Er rät Anlegerinnen und Anlegern im Podcast der Schweizerischen Bankiervereinigung (SBVg) geduldig zu sein und am Konzept der Diversifikation festzuhalten. Das beste Mittel in Zeiten der Unsicherheit sei die Risikostreuung, auch wenn sie im bisherigen Jahresverlauf nicht wirklich gewirkt habe. «Generell geht es darum, langfristige Ziele zu haben und nicht kurzfristigen Entwicklungen nachzurennen», sagt Maurer.

Grund zur Sorge angesichts der wirtschaftlichen Turbulenzen sieht Claude Maurer für die Schweiz aktuell nicht: «Die Schweizer Wirtschaft ist fit», urteilt er mit Blick auf die diversen Krisen, zuletzt der COVID-Krise, die von den Unternehmen in der Schweiz in den vergangenen Jahren gut gemeistert worden seien. Die Geldpolitik habe hier einen Beitrag geleistet. Allerdings sagt Claude Maurer: «Negativzinsen als Medizin haben auch Nebenwirkungen.» Die lange Zeit der negativen Zinsen habe zu Überinvestitionen geführt, welche noch länger auf der Wirtschaft lasten. Mit Blick auf die Inflation bewegt sich die Schweiz im Vergleich zum Ausland auf deutlich tieferem Niveau, aber noch über dem Ziel von etwas unter zwei Prozent, erklärt Maurer.

In der Inflationsdynamik im Ausland sieht der Chefökonom der Credit Suisse durchaus mögliche Ansteckungsgefahren für die Schweiz: Wenn die Nachfrage in den USA und in Europa abnehme, dann laste das auch auf der exportorientierten Schweizer Wirtschaft. Zudem belaste die Stärke des Schweizer Frankens die Margen der Unternehmen. Mit Blick nach vorne plädiert Claude Maurer für gute Rahmenbedingungen für Unternehmen in der Schweiz. «Die nächste Krise lauert schon irgendwo.»

Im Podcast «Stimmen des Finanzplatzes» informiert die SBVg aus erster Hand über wichtige Themen. Gemeinsam mit Moderatorin Marie Zeh diskutieren Experten, was den Schweizer Finanzplatz bewegt.

Autoren

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