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30.06.2020

«Der SARON ist ein stabiler Referenzzinssatz»

Der SARON basiert auf Transaktionen im liquidesten Segment des Frankengeldmarktes, dem besicherten Geldmarkt. Er ist der aussagekräftigste Referenzwert in der Schweiz und löst deshalb den LIBOR als neuen Referenzzinssatz ab. In der NAG (National Working Group on Swiss Franc Reference Rates) arbeiten die Akteure seit Jahren eng zusammen, damit der Übergang zum neuen Zinssatz reibungslos verläuft.
Dr. Andréa Maechler, Mitglied des Direktoriums der Schweizerischen Nationalban

Warum ist die Umstellung vom LIBOR auf den SARON so wichtig?

Der LIBOR ist heute noch immer der meistverwendete Referenzzinssatz, auf den sich weltweit Verträge mit einem Nominalwert von weit über 200 Bio. US-Dollar beziehen. Auch in der Schweiz verwenden rund 80% der Banken immer noch den LIBOR bzw. die LIBOR-Swapkurve zur Bepreisung ihrer Kreditprodukte (siehe Abbildung). Der LIBOR hat aber ein grundlegendes Problem: Die Datengrundlage, auf der er ermittelt wird, ist sehr dünn. Im unbesicherten Geldmarkt gibt es für den LIBOR kaum noch unterliegende Transaktionen. Aus diesem Grund hat die britische Finanzmarktaufsicht im Sommer 2017 mitgeteilt, dass sie den LIBOR nur noch bis Ende 2021 unterstützen wird. Sein Ende steht also bevor, und es muss für die Ablösung rechtzeitig ein robuster Ersatz bereitstehen. In der Schweiz ist dies glücklicherweise mit dem SARON der Fall.

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